Mi Lüt uf em Land si so lustig und froh
Mir führen es Lebe, s´ schönnt besser mit goh
drum chömet ihr Städter, betrachtet dä Stand
und lehret  au schä – tze   der Bur   uf  em Land

Zwor Chummer und Sorge git’s überall gnueg.
Bim Cheiser und Chünig, wie dusse bim Pflueg;
Isch eine nur zfriede, so lebt er acho froh,
Ne jede mueß schaffe, Gott will’s halt cso.

Z’Mirtag, wenn es heiß isch, wenn d’Sunne so brönnt,
50 isch es Stündli am Schatte au gönnt;
Denn schaffe mer wieder mit doppeltem Muet,
Mer juchze und singe und meines no guet.

Si d’Sterne am Himmel, so goht me denn hei,
Me sitzt denn vor d’Hüscr und zcllt no e chlei,
De leit me si nieder und „Bhüet di Gott, Welt!“
Am Morge früeh wieder zur Arbeit ufs Feld.

Im Winter, do schafft me halt nit eso viel,
Me sitzt denn bim Ofe und het si frei still;
Wenn d’Meiteli spinne, si d’Bube au do,
Si lache un schwätze und si derbi froh.

So isch es es Lebe bi eus uf em Land,
Drum chömet, ihr Städter, betrachtet da Stand.
Und müesse mer schaffe, es isch is jo glich,
Der Friede im Herze macht glücklich und rieh.

Alois Glutz (1789—1827)

Zur Geschichte dieses Liedes:

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Geschichte dieses Liedes:


500 Jahre Bauernkrieg

Wessen Erde ist die Erde ?
Wessen Welt ist die Welt?

Die Grenzgänger spielen Lieder und Texte aus dem Bauernkrieg von 1524/1525 und ziehen die Parallelen bis in die heutige Klimakrise. Lieder aus der bedeutenden Sammlung “Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters” von Wolfgang Steinitz (1954/1962) und Songs von Bertolt Brecht treffen auf Geschichten des legendären Bundschuh-Führers Jos Fritz, Passagen aus den Reden Thomas Müntzers und aus den Memminger Artikeln, der frühesten gedruckten Erklärung der Menschenrechte von 1525. (Weitere Infos)

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