Horrido der Lenz erwacht
Juchheidi, Juchheida
Wald und Flur in Blütenpracht
Juchheidi Heida
Alle Arbeit laß ich stehn
muß jetzt wieder wandern gehn
Juchheidi, heidiheida
juchheidi Heitrallala
Juchheidi, heidiheida
Juchheidi Heida
Rheuma und die böse Gicht
Podagra, das kenn ich nicht
Höchstens Schmerzen unterm Haar
wenn ich mal beschweppert war
Keiner grämt sich in der Stadt
daß er mich verloren hat
nur mein Lieb im letzten Haus
weinst sich seine Äuglein aus
Dich, mein schönes Mägdelein
wird ein andrer Bursche frein
ruht er still an deiner Brust
denk an mich in Liebeslust
Mein gehört die ganze Welt
fehlt mir auch das nöt´ge Geld
auf der frohen Wanderfahrt
brauch ich keinen Säckelwart
Leide darum keine Not
für mich sorgt der liebe Gott
bei dem Wirte „Wundermild“
Durst und Hunger wird gestillt
Amsel, Drossel, Fink und Star
bringen mir ein Ständchen dar
Nicht der beste Sängerchor
macht mir solche Musik vor
Fühl mich wohl wie Majestät
sich in feinem Himmelbett
hab ich nur – ganz einerlei –
einen hohen Schober Heu
Krabbelt mich ein Mäuselein
denk ich, ´s ist das Liebchen mein
in der sternenklaren Nacht
bin ich drüber aufgewacht
Rosenroter Sonnenschein
ladet mich zum Frühstück ein
wo der Hahn sein Kikri kräht
frisch gedeckt das Tischlein steht
Geht es einmal lätsch und quer
so hält der Herr Pfarrer her
der vertritt den lieben Gott
und vorbei ist alle Not
Steht der Winter vor der Tür
such ich wieder Arbeit mir
bis zum Frühling halt ich´s aus
wirft man mich nicht früher ´raus
Text: Clemens Thieme (1906)
Musik: nach der Melodie “ Studio auf einer Reis “
in Des Rennsteigwanderers Liederbuch (1907)