Hätt mir ein Espenzweigelein
gebogen zu der Erden
Den liebsten Buhlen den ich Hab
der ist mir leider all zu ferne
Er ist mir doch zu ferne nicht
Bei ihm Hab ich geschlafen
Von rotem Gold ein Fingerlein
Hab ich in seinem Bett gelassen
Und da ichs doch gelassen Hab
Will ichs wieder bekommen
Und tun, ob ich solchs bei mir Hätt
Und wär mir keinmal genommen.
Ja zwischen Berg und tiefe Tal
Da geht ein enge Straße
Wer seinen Buhlen nit haben will
Der soll ihn allzeit fahren lassen.
Scheid dich nicht, herzes Dockelein
Von dir will ich nit weichen
Hab keinen Andern lieber denn mich
Im Reich findt man gar nicht deins Gleichen
Text und Musik: Verfasser unbekannt
Quelle für Text und Melodie Forster III, 1549
Deutscher Liederhort :: (1893, Nr. 433a)
Zur Geschichte dieses Liedes:
Versionen, Parodien und Nachdichtungen: :
Liederthema: Frauenlieder, Liebeslieder
Liederzeit vor 1549 - Zeitraum: 16. Jahrhundert
Stichwort: Geschichte dieses Liedes: Rautenstrauch auf dem Berge
Anmerkungen:
1, I Espe, mhd. Aspe, Zitterpappel, tremulus. 5, 1 Docke, Puppe, Liebkosewort hier.
Im Liederhort steht Espeszweigelein und „ferre“ anstatt „Ferne“
Text in den Quellen nur mit kleinen Abweichungen. Wdh. III, 134,( a. A. 142). Strophe 4 eine Wanderstrophe.