Gerichtsverwalter Veit
das Schrecken armer Bauern
Trug seinen dicken Bauch
tief krächzend über Land
Und rief als er von Regenschauern
Ein Bächlein angeschwollen fand
Dem nächsten Ackersmann: Mein Lieber
Kommt her und tragt mich da hinüber
Der Bauer kam im schnellsten Lauf
Gestrenger Herr gleich will ich Ihnen
Als Leibroß unterthänig dienen
Und lud den Aktenreiter auf

Sie waren mitten in dem Bach
Als dankbarlich der Ritter sprach
Ich will’s vergelten lieber Alter
Denn bald werd ich vielleicht auf’s Neu Gerichtsverwalter
Da stand sein Leibroß still und fragte
Was sagt Er Ist Er
denn nicht Gerichtsverwalter mehr
Ach wißt Ihr’s nicht begann
der Rundbauch jezt zu klagen
Ich ward entsetzt vor wenig Tagen
Patsch warf den alten dummen Veit
Der Bauer in den Fluß und höhnt ihn
Laßt mir’s sagen
Wenn ihr auf’s Neu Gerichtsverwalter seid
Alsdann will ich euch weiter tragen

Text: A. F. E. Langbein (1788)
in: Als der Großvater die Großmutter nahm (1885)

Liederthema: ,
Liederzeit vor 1788 - Zeitraum:
Stichwort: Ritter


500 Jahre Bauernkrieg

Wessen Erde ist die Erde ?
Wessen Welt ist die Welt?

Die Grenzgänger spielen Lieder und Texte aus dem Bauernkrieg von 1524/1525 und ziehen die Parallelen bis in die heutige Klimakrise. Lieder aus der bedeutenden Sammlung “Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters” von Wolfgang Steinitz (1954/1962) und Songs von Bertolt Brecht treffen auf Geschichten des legendären Bundschuh-Führers Jos Fritz, Passagen aus den Reden Thomas Müntzers und aus den Memminger Artikeln, der frühesten gedruckten Erklärung der Menschenrechte von 1525. (Weitere Infos)

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