In Böhmen liegt ein Städtchen
das kennt fast jedermann
Und all die schönsten Mädchen
trifft man darinnen an
Und dieses schöne Städtchen
hat eine Garnison
Von hübschen schmucken Jägern
ein ganzes Bataillon
Und jeder von den Jägern
liebt dort sein Mädchen sein
Denn jedes schmucke Mädchen
möcht einen Jäger frein
Für Vater und für Mutter
war das sehr große Ehr
Kam so ein schmucker Jäger
mit seiner blanken Wehr
So lebten in dem Städtchen
die guten Leute fort
Denn jeder von den Jägern
sie hielten treulich Wort
Im Maimond neunundfünfzig
da ging der Jammer los
Da jammerten die Mädchen
da weinte Klein und Groß
Zum Abmarsch ward geblasen
heraus in blut gen Krieg
Zu streiten für den Kaiser
zu kämpfen um den Sieg
Vom Abmarsch laßt uns schweigen
von diesem Trauertag
Trotz seiner Kränz und Bänder
nicht dran ich denken mag
Bei jedem Händedrücken
beim lezten Scheideblick
Ruft jeder: Lebet glücklich
Wir kommen bald zurück
Sie kommen nimmer wieder
sie bleiben ewig fort
Da hilft auch kein Verlesen
und kein Kommandowort
Am Tag von Montebello
grub man ein tiefes Grab
Da senkte man die Braven
die Tapfern all hinab
Dort liegen sie beisammen
wohl tausend an der Zahl
Und schlafen bis erschallet
einst der Posaunenschall
Dann blasen die Hornisten
die dort geblieben auch
Dann heißt es ausmarschieret
nach dem Soldatenbrauch
Noch sieben sind am Leben
die kehren jetzt zurück
In die verlass’ne Heimat
mit wehmutsvollem Blick
Noch zwei Hornisten drunter
die blasen hell und laut
Da freut sich jede Mutter
da freut sich jede Braut
Sie laufen bis zum Tore
sie drängen sich hinaus
Denn jede hofft zu finden
den Langersehnten drauß
Doch blaß vor Todesschrecken
sie händeringend steh n
Als sie das kleine Häuslein
als Invaliden seh n
Es flattert keine Fahne
es dringt zu ihm kein Ohr
Und klingt auch kein Kommando
wie sonsten vom Major
Nur zwei Hornisten blasen
in diesem Trauerton
Wir sind die sieben letzten
vom ganzen Bataillon
Text und Musik: Verfasser unbekannt
auch Wolfram Nr 491: doch fehlen dort unsere Strophen 9, 10, 13, 18 – dagegen ist nach Strophe 5 eine weitere zu lesen: „Sie holten sich den Segen / im väterlichen Haus / nachdem sie treu gedienet / und ihre Zeit war aus“ Krapp (169) zwölf Strophen: es fehlen 8, 9, 10, 13, 15, 18, nach 5 steht die auch in Nassau gesungene Strophe. Vgl John 195
Zur Geschichte dieses Liedes:
Versionen, Parodien und Nachdichtungen: :
Liederthema: Soldatenlieder, Lieder gegen den Krieg
Liederzeit vor 1910 - Zeitraum: 1871-1918: Deutsches Kaiserreich
Stichwort: Geschichte dieses Liedes: In Böhmen liegt ein Städtchen