Das Mägdlein braun von Aug‘ und Haar
Kam übers Feld gegangen
Die Abendröthe schien so klar
Und Nachtigallen sangen
Ich sah und hörte sie allein
Dalden daldera, das Mägdelein
Soll mein Herzliebchen seyn
Ein Röckchen trug sie, dünn und kurz
Und leicht geschnürt ihr Mieder
Es weht‘ ihr Haar, es weht ihr Schurz
Im Weste hin und wieder
Die Strümpfe schienen weiß und fein
Dalden daldera, das Mägdelein
Soll mein Herzliebchen seyn
Die bunte Kuh, gelockt mit Gras
Kam her vom Anger trabend
Und als das Mägdlein melkend saß
Da bot ich guten Abend
Und schielt in´s Busentuch hinein
Dalden daldera, das Mägdelein
Soll mein Herzliebchen sein!
Sie nickte mir mit holdem Gruß
Da ward mir wohl und bange
Und herzhaft drückt‘ ich einen Kuß
Auf ihre rothe Wange
So roth, so roth, wie Abendschein
Dalden daldera, das Mägdelei
Soll mein Herzliebchen sein
Ich half ihr über Steg und Zaun
Die Milch zu Hause bringen
Und gegen Ungethüm und Graun
Ein Schäferliedchen singen
Denn dunkel war’s im Buchenhain
Dalden daldera, das Mägdelei
Soll mein Herzliebchen sein
Die Mutter schalt: „So spät bei Nacht?“
Da stand sie ach! so schämig
Sacht, sprach ich, gute Mutter, sacht
Das Töchterchen, das nehm ich
Nur freundlich, Mutter, willigt ein
Dalden daldera, das Mägdelein
Soll mein Herzliebchen sein
Text: J. H. Voß ()
Musik: J. A. P. Schulz und von Marscher
in: Die Volkslieder der Deutschen (1836)