Büberl, wir wolln auße gehn
Wollen unsre Lampeln bsehn
Komm, liebs Büberl, komm! i bitt
Närrisches Diendl, i geh dir holt nit
Willst vielleicht e bissele naschn?
Greif in meine Schäfertaschn
Greif, liebs Büberl, greif! i bitt
.ärrisches Diendl. i nasch dir holt nit
Tut vielleicht der Durst di plag’n?
Komm, will di zum Brunne tragn
Komm, liebs Büberl, komm! i bitt
Närrisches Diendl, es durst mi holt nit
Tut vielleicht der Schlaf di druck’n
Schlaf, i jag dir fort die Muck’n
Schlaf, liebs Büberl, schlaf! i bitt
Närrisches Diendl, mi schläfert holt nit
Willst vielleicht e bisserl küssn?
Solls fürwahr kein Mensch nit wissn
Küß, liebs Büberl, küß! i bitt
Närrisches Diendl, i küß di halt nit
Gelt, i soll mei Herz dir schenkn
Immer willst an mi gedenkn?
Nimms, liebs Büberl, nimms! i bitt
Närrisches Diendl, i wills halt nit
Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 519a „Verlorene Müh“)
Liederthema: Dialoglied, Liebeslieder
Liederzeit vor 1790 - Zeitraum: 18. Jahrhundert: Volkslieder
Stichwort:
Anmerkungen:
Originaltext auf einem fliegenden Blatt in von Arnim’s Sammlung: „Fünf weltliche Schöne neue Lieder (das 1. ) Gedruckt in diesem Jahr. Um 1790. Darnach mit kleinen Abänderungen, um anstößige Ausdrücke zu entfernen, im Wunderhorn I, 372 (a. A. I, 373): „Treffliche Darstellung weiblicher Betulichkeit und täppischen Männerwesens.“ (Goethc.) Wieder auf einem fliegenden Blatt vor 1800: Sieben neue Weltliche Lieder (Kössen) (s. Maltzahn, Bücherschatztz). Das Lied soll Ursprünglich schwäbisch sein, wie das Wunderhorn angibt, hat aber nicht durchweg schwäbischen Dialekt. Nach Scherer (Jungbrunnen 160) ist es oberbairisch. Ich folge seiner Schreibung, die auch in Birlinger’s Wunderhorn I, 276 vorgezogen ist. (Böhme)