Bei Waterloo stand eine Eiche

Bei Waterloo stand eine Eiche

Bei Waterloo stand eine Eiche
worunter wir des Nachts gerastet han
Ei, was hört ich unter dem Gesträuche?
ein’n Lärm von lauter Kriegsgeschrei

Auf einmal fiel ein dicker Nebel
Und der Tag verwand’t sich in die Nacht
Und da blitzten so viel tausend Säbel
Hat manchen Deutschen umgebracht

Wenn die Kanonenkugeln sausen.
Und der Tambour wirbelt auch dabei
Wenn die Kartätschenkugeln brausen
So ist uns alles einerlei

Und als wir nach vollbrachtem Kampfe
übers blutge Schlachtfeld ziehn
Da sahen wir im Pulverdampfe
Die armen Menschen sterben hin

Der Vater weint um seinen Sohn
Und die Mutter um ihr geliebtes Kind
Ei, so schick uns Gott den stillen Frieden
Dass wir in unsre Heimat ziehn.

Text und Musik: Verfasser unbekannt
in Deutscher Liederhort II (1893, Nr. 358d)

nach mündlicher Überlieferung aus der Wetterau 1892 (durch Köhler-Lugge), aus Darmstadt (durch Ad. André unter Soldaten 1882 notiert), auch aus dem Nassauerlande handschriftlich durch Wolfram.

Liederthema: ,
Liederzeit vor 1815 - Zeitraum:
Stichwort: Waterloo • Orte: ,


Textvarianten:

in „Hessische Blätter für Volkskunde“ (1907, Nr. 4)

Bei Waterloo stand eine Eiche
Worunter ich gerastet hab
Ei was hört man unter dem Gesträuche
Ein wunderbares Kriegsgeschrei

Auf einmal fiel ein dicker Nebel
Und der Tag verschwamm sich in die Nacht
Es blickt in soviel tausend Seelen
Hat manchen Deutschen umgebracht

Der Vater weint um seinen Sohn
Und die Mutter um ihr geliebtes Kind
Ei so schenk uns Gott den stillen Frieden
Dass wir in unsre Heimat ziehn

Krapp 25, Wolfram 484, Erk II, 358d: 5 Strophen, Strophe 2 findet sich auch als 4 Strophe in dem Liede Nr. 355 „Die Schlacht bei Leipzig“. In 2, 3 „Seelen“ stammt nachweisbar aus „Säbeln“, deshalb die Zeile früher „Es blitzen soviel tausend Säbel“ und jetzt nach allmählicher Veränderung „Es blitzen soviel tausend Seelen“ und „Es blitzt in soviel tausend Seelen“


Zweite Melodie:

Zweite Melodie
Die Melodie in den "Hessischen Blättern für Volkskunde", 1910

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