O – Omeis. (Ameise)
Du fauler Tropf, der müßig ist, die Ameis schau wohl an
Dein Meisterin sie worden ist, die dich viel lehren kann
Schau wie sie ist ergeben der Arbeit Tag und Nacht
Schäm dich, der du dein Leben mit Faulheit zugebracht
P – Papagai
Du Vogel auserlesen, der Federn hast du viel
Wo bist so lang gewesen, warum schweigst du so still?
Papagai Zuckerfresser, ruft dir der Schulknab zu
Geh in die Schul und lern besser, gibst ihm zur Antwort du
Q – Qu Qu
Qu qu der Kuckuck immer schreit, das ist an ihm das Best
Sonst legt er andern allezeit sein Eier in ihr Nest
Sein Ruf bringt allen Bangen, drum will kein Vögelein
Mit einem Q anfangen den edlen Namen sein.
R – Rabe
Der Rab tut täglich singen, sein groben rauhen Baß
Heut will ihm nichts gelingen, drum singt er cras, cras, cras,
Wer alles schiebt auf morgen, und nichts gerichtet heut
Der muß stets sein in Sorgen, daß es ihm fehle weit.
Das Rotkehlchen gar früh aufsteht, und wenn ich dann erwach
Grüßt es die liebe Morgenröt, hoch oben auf dem Dach
Wie lieblich ist sein Zücken, wie rötlich seine Kehl
Mein Herz tut es erquicken, ermuntern meine Seel
S – Schwalbe
Schwätzerlein wie schwätzst so toll, und plauderst hin und her
Früh hast du Kisten und Kasten voll, Abends ist alles le le leer
Zu morgen eh die Sonn aufsteht, erzählst du deinen Traum,
Und Abends wenn sie niedergeht, hast du geendet kaum
St – Star
Der Star schwäzt, pfeift und singet, er ists, der alles kann
In Kopf er alles bringet, nimmt, was er höret, an
Er ist gar schlau und lose, und merket auf mit Fleiß,
Wäscht oft sein schwarze Hose, und bringt sie nimmer weiß.
T – Turteltaube
Die Turteltaub ohn allen Trost, will nicht mehr fröhlich sein
Wenn ihren Gesell der Habich stoßt, traurt sie und bleibt allein,
Wenn dir das Liebste, was du hast, der Tod nimmt mit Gewalt,
So traure, sei kein frecher Gast, vergiß es nicht so bald.
U – Uhu
Der Uhu sieht gar ernsthaft aus, als hätt er hoch studiert
Geht nicht aus seiner Höhl heraus, bis Nacht und finster wird
All Dunkelheit ist ihm ganz hell, doch sieht er nichts bei Tag
Drum ist er auch ein solch Gesell, den nie kein Vogel mag.
V – Vogel Strauß
Der Vogel Strauß hat große Bein, doch klein ist sein Verstand
Es brütet ihm der Sonnenschein die Eier aus im Sand
Oft Stein und Eisen er verschluckt, sein Magen der ist gut
Sein Federn sind der Weiber Schmuck, sie steckens auf den Hut.
W – Wiedhopf
Der Wiedhopf ist sehr wohlgeziert, doch hat er keine Stimm
Sein Krönlein er stets mit sich führt, steckt doch nichts hinter ihm
Wie mancher hat viel Kleider, als wäre er ein Graf
Sein Vater ist ein Schneider, sein Bruder hüt die Schaf
Z – Zeisig
Komm her du schönes Zeiselein, komm fliege her behend
Sing, spring auf grünem Reiselein, und mach dem Lied ein End
Lob Gott den Herren mein und dein, tu fröhlich singen ihm
Ihn preisen alle Vögelein mit ihrer süßen Stimm