Sammlung Herbert Kleye
Die Sammlung Herbert Kleye besteht aus schriftlichen Aufzeichnungen von Arbeiterliedern, Schlagerparodien und Berliner Kinderliedern aus dem Zeitraum vor 1933, die dem Bestandsbildner nach dem Zweiten Weltkrieg noch in Erinnerung waren oder ihm von Bekannten und ehemaligen Weggefährten mitgeteilt wurden (4.858 Textbelege).
Die Sammlung wurde bis 1967 fortgesetzt. Im Jahr 1989 schenkte das Arbeiterliedarchiv der Akademie der Künste (Deutsche Demokratische Republik, Berlin Ost) das vorliegende Material (Kopien der Originalbelege) dem Deutschen Volksliedarchiv Freiburg anlässlich dessen 75-jährigen Bestehens.
Der Berliner Herbert Kleye (1901–1967), Sohn eines Schumachers und ausgebildeter Schleifmittelformer, schloss sich nach dem Ersten Weltkrieg dem Kommunistischen Jugendverband an und gehörte in den 1920er Jahren verschiedenen linken Sprechchor- und Agitproptruppen an. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs begann er mit dem Aufbau seiner Liedsammlung. Als 1954 das Arbeiterliedarchiv der DDR in Berlin seine Tätigkeit aufnahm, brachte Kleye seine private Sammlung in die Bestände des Arbeiterliedarchivs ein und wurde dessen Mitarbeiter. Wolfgang Steinitz griff in seinem Standardwerk „Deutsche Volkslieder demokratischen Charakters aus sechs Jahrhunderten“ (2 Bde. 1955/1962) vielfach auf Kleyes Aufzeichnungen zurück und bezeichnete ihn als einen der „kenntnisreichsten Gewährsmänner für das deutsche Arbeiterlied“ (Bd. 2, S. XXXf.).
https://freidok.uni-freiburg.de/data/151222
Volksmusik: Steinitz Volkslieder, Linktipps
Liederzeit: 1871-1918: Deutsches Kaiserreich, 1914-1918 Erster Weltkrieg, 1919-1933: Weimarer Republik
Siehe dazu auch:
- Einleitung: Demokratische Volkslieder ()
- Steinitz II: Demokratische Volkslieder ()
- Steinitz III: Volkslieder und Zensur ()
- Steinitz IV: Was ist ein Volkslied? ()
- Steinitz V: Die Volksliedforschung ()
- Steinitz VI: Das Volkslied im Kaiserreich ()
- Steinitz VII: Das andere Volkslied ()
- Steinitz XI: Work in Progress ()