Schon wieder Hunger (Bei der Mahlzeit)

Schon wieder Hunger! – aber auch Schon wieder keine Not! – Der liebe Gott, nach altem Brauch Ist da mit Speis und Brot Wo nimmt er’s doch auch alles her Für so viel Alt und Jung ? Auf Erden, in der Luft, im Meer Hat jeder Mund genung Du speisest alles was sich regt Mit … Weiterlesen …

Sei Gott gedankt der liebe Tag (Morgengedanken)

Sei Gott gedankt! der liebe Tag Ist wieder da und ich Bin auch schon da, bin frisch und wach Der Schlaf zerstreuet sich Geh hin, du Schlaf, gleich dir zerfließt Der Nebel auf der Flur Sobald die Sonne kommen ist Vertilgt ist seine Spur Bei Nacht erquicket er das Land Und tut ihm sanft und … Weiterlesen …

Der Tag ist weg und geht (Abendgedanken)

Der Tag ist weg; und geht, die Augenlider Sind matt, und fallen zu. – Der schöne Tag!– doch morgen kommt er wieder Ich eil‘ indes zur Ruh Gespielet hab‘ ich heut, gelacht, gesungen Gewiß, das freut mich sehr Doch ist mir‘ s auch im Lernen wohl gelungen und das, das freut mich mehr Ich habe … Weiterlesen …

Dich auch so grausam abzubrechen (Vergißmeinnicht)

Dich auch so grausam abzubrechen! – Nicht wahr, mein Blümchen, könntst du sprechen, Du würdest sagen: tu es nicht! – Allein vergib mir armen Knaben Ich tu es nur um Trost zu haben Gewiß! aus Mutwill tu ichs nicht. Ich hab‘ ein Mädchen – o wir liebten Uns sonst so herzlich; wir betrübten Uns niemals, … Weiterlesen …

Wenn ich nun alt erst bin und groß (An den Tod)

Wenn ich nun alt erst bin und groß, Und habe viel getan Dann bringe mich in Gottes Schoß, Du langer Knochenmann! Noch laß mich leben, denn ich bin Noch lange nicht geschickt Und habe manches noch im Sinn, Wenn mir‘ s nur alles glückt Ich möchte wohl, im Ernst gesagt, Vor allen andern hier Der … Weiterlesen …

Sie pressen dich (an eine Weintraube)

Sie pressen dich, und stossen dich zu Schanden Und machen Wein daraus Und hegen ihn in Kerkern und in Banden Und tragen ihn nach Haus Und trinken ihn vom Abend bis zum Morgen, Und treiben‘ s arg dabei Und singen: Er, der Wein, zersprengt die Sorgen Schier wie ein Glas entzwei Und haben Kopfweh dann … Weiterlesen …

Sie blättert hin der Wind verdirbt die schöne Rose!

Sie blättert hin! der Wind verdirbt Die schöne Rose! Gott! Wie Eines nach dem Andern stirbt! Das ist doch auch ein Tod! O weh! wie schiesst es mir aufs Herz! Mein Brüderchen liegt krank, Gefährlich, Tag und Nacht im Schmerz, Nun schon den Sommer lang! Du schickest doch den Tod nicht her, O Gott, mein … Weiterlesen …

Endlich hab‘ ich ihn (Als der Mai da war)

Endlich endlich hab ich ihn Meinen Sommermann Nun ist alles schön und grün Alles lacht mich an Unsre Kirschenbäume blühn Und der Tulipan Und die langen Störche ziehn; Alles lacht mich an Und die liebe Nachtigall Singt den ganzen Tag, Und der klare Wasserfall Läuft dem Geisblatt nach: Und die Felder leben all Und der … Weiterlesen …

Auf schlanken Stecken reiten wir her (Steckenreiter)

Auf schlanken Stecken Reiten wir her. Wir kleine Gecken Können nicht mehr Zwar auf der Erde Reitet sichs knapp; Doch grosse Pferde Werfen uns ab Jedoch zuweilen Wagt man sich schon, Trägt ein Paar Beulen Gerne davon Dann wächst dem Knaben Mächtig der Sinn Schier möcht er traben Meilen dahin Allein urplötzlich Bäumt sich das … Weiterlesen …

Wir Kinder wir schmecken die Freude recht satt

Wir Kinder, wir schmecken Die Freude recht satt! Wir Kinder, wir necken Und schäkern uns matt! Wir lärmen und singen Und rennen uns um Und hüpfen und springen Im Grase herum Und recht so! zum Murren Ist Zeit noch genug! Wer wollte wohl knurren ? Der wär ja nicht klug Wie lustig stehn dorten Die … Weiterlesen …