Wann wir schreiten Seit’ an Seit’
und die alten Lieder singen
und die Wälder widerklingen
fühlen wir, es muß gelingen:
Mit uns zieht die neue Zeit,
Mit uns zieht die neue Zeit.
Eine Woche Hammerschlag
eine Woche Häuserquadern
zittern noch in unsern Adern
aber keiner wagt zu hadern
Herrlich lacht der Sonnentag
herrlich lacht der Sonnentag.
Birkengrün und Saatengrün
Wie mit bittender Gebärde
hält die alte Mutter Erde
daß der Mensch ihr eigen werde
ihm die vollen Hände hin
ihm die vollen Hände hin.
Wort und Lied und Blick und Schritt
wie in uralt ew’gen Tagen
wollen sie zusammen schlagen
ihre starken Arme tragen
unsre Seelen fröhlich mit
Mann und Weib und Weib und Mann
sind nicht Wasser mehr und Feuer
Um die Leiber legt ein neuer
Frieden sich, wir blicken freier
Mann und Weib, uns fürder an
Mann und Weib, uns fürder an
Wann wir schreiten Seit’ an Seit’
und die alten Lieder singen
und die Wälder widerklingen
fühlen wir, es muß gelingen:
Mit uns zieht die neue Zeit,
Mit uns zieht die neue Zeit.
Text: Hermann Claudius (1913)
Musik: Michael Englert (1915: Originalkomposition für Sopran, Alt und eine jugendliche Männerstimme)
„Selten ist ein Lied so schnell Gemeingut der gesamten Jugend geworden, wie dieses. Unser Hamburger Dichter Hermann Claudius schrieb die schönen Worte. „Mit uns zieht die neue Zeit“ ist zum Symbol der Jugendbewegung geworden.“ (in Hamburger Jugendlieder, 1928)
(in vielen Liederbüchern ohne die Strophen vier und fünf, in manchen Liederbüchern auch: „Wenn wir schreiten Seit an Seit“ und „Birkenlaub und Saatengrün“ – – eine weitere Vertonung von Armin Knab (oder Satz ?, „Liederbuch der Bundeswehr, 1962))