Preisend mit viel schönen Reden
ihrer Länder Wert und Zahl
saßen viele deutsche Fürsten
einst zu Worms im Kaisersaal
„Herrlich“, sprach der Fürst von Sachsen
„ist mein Land und seine Macht
Silber hegen seine Berge
wohl in manchem tiefen Schacht.“
„Seht mein Land in üpp´ger Fülle“
sprach der Kurfürst von dem Rhein
„goldne Saaten in den Tälern
auf den Bergen edlen Wein.“
„Grosse Städte, reiche Klöster,“
Ludwig, Herr zu Bayern, sprach
„schaffen, dass mein Land den euern
wohl nicht steht an Schätzen nach.“
Eberhard, der mit dem Barte
Württembergs geliebter Herr
sprach: „Mein Land hat keine Städte
trägt nicht Berge silberschwer
Doch ein Kleinod hält´s verborgen –
daß in Wäldern noch so groß
ich mein Haupt kann kühnlich legen
jedem Untertan in Schoss.“
Und es rief der Herr von Sachsen
der von Bayern, der vom Rhein
„Graf im Bart, ihr seid der reichste
euer Land trägt Edelstein!“
Text: Justinus Kerner (1818)
Musik: Nach „In des Waldes düstern Gründen„, mit der Marseillaise als Schlusswendung der Melodie