Ford´re niemand mein Schicksal zu hören
dem das Leben noch wonnevoll winkt
ja, wohl könnte ich Geister beschwören
die der Acheron besser verschlingt
Aus dem Leben mit Schlachten verkettet
aus dem Kampfe mit Lorbeer umlaubt
hab ich nichts, hab ich gar nichts gerettet
als die Ehr´ und das alternde Haupt
Keine Hoffnung ist Wahrheit geworden
selbst des Jünglings hochklopfende Brust
hat im liebeglühenden Norden
ihrer Liebe entsagen gemußt
Zu des Vaterlands Rettung gerufen
schwer verwundet, von Feinden umschnaubt
blieb mir unter den feindlichen Hufen
nur die Ehr´ und das alternde Haupt
In Amerika sollte ich steigen
doch in Polen entsagt´ ich der Welt
Lasset mich meinen Namen verschweigen
ich bin nichts als ein sterbender Held
O mein Vaterland! Dich nur beklag ich
Ja, du bist deines Glanzes beraubt
dich beweinend zum Grabe hin trag ich
meine Ehr´ und mein sinkendes Haupt
Text: Karl von Holtei , aus dem 1825 geschriebenen und 1826 in Berlin uraufgeführten Singspiel “ Der alte Feldherr “ von Karl von Holtei (1798-1880).
Melodie: vermutlich nach der französischen Melodie: „D´un héros que la France revére“ , es gibt aber weitere, weniger populäre Melodien.